Long Island, 60er Jahre
"Kleider machen Leute" lernt Frank Abagnale Jr. (Leonardo diCaprio) frühzeitig von seinem Idol und Vater (Christopher Walken). Weniger angetan von dessen leider nicht hinreichend erfolgreichen Klinkenputzer-Tricks ist Frau Abagnale (Nathalie Baye), die ihren Sohn vernachlässigt und sich nach dem Verlust von Haus und Hof lieber gänzlich einem Kollegen widmet.
Als der 17jährige Frank bei der Scheidung vor die Wahl von Mutter oder Vater gestellt wird, reißt er aus. So geprägt, möchte er auf Teufel kaum raus die Verluste und Erniedrigung seines Vaters wieder gut machen, was mit nur 100 Dollar in der Tasche nicht leicht fällt. Von Geldnot getrieben, beginnt er Führerschein und Schecks zu fälschen; ein Handwerk, das er in den nächsten Jahren zur Perfektion treiben wird.
Um die Glaubwürdigkeit seiner ständigen Bar-Abhebungen zu unterstreichen, schlüpft Abagnale Jr. in den folgenden fünf Jahren in die verschiedensten Rollen und markiert beruflichen Erfolg als Geschichtsprofessor, Arzt, Anwalt und Pilot. Längst ist das FBI und die internationale Presse auf den Hochstapler aufmerksam geworden, denn Abagnales Trickbetrug überschreitet die Millionengrenze!
Ständig auf der Flucht und auf der Suche nach familiärer Geborgenheit entwickelt sich eine geradezu freundschaftliche Beziehung zum Agenten Carl Hanratty (Tom Hanks), der es sich zur persönlichen Aufgabe gemacht hat, den Betrüger irgendwann zu fassen.
Insgesamt erschlich sich Abagnale ca. 2,5 Millionen Dollar. In den 60er Jahren eine unglaublich hohe Summe. Ebenso unfassbar ist, daß die Story auf Tatsachen beruht. Der hierzulande weniger bekannte Abagnale, 1948 in der Bronx von New York geboren, ist einer der bekanntesten Hochstapler der USA.
Es ist erfrischend, daß sich Regisseur Steven Spielberg in diesem Fall nicht mit dem Zeigefinger erhoben einem hochbrisanten Thema annahm. So konnte sich sein Perfektionismus ganz bei der Ausstattung und Atmosphäre der Swinging Sixties austoben, die musikalisch hervorragend von John Williams unterstützt wird.
Nahezu erstmals kann man sagen, daß Leonardo DiCaprio bestens besetzt wurde. Die gereiften Profis Tom Hanks und Christopher Walken lassen ihm Raum, ohne sich in reinen Nebendarstellungen zu verlieren. Walken erlangte für seine Rolle als liebenswerter, beruflich leider versagender Vater eine Oscar-Nominierung.
Catch me if you can hat einen "Walt Disney-Stil", ist handwerklich perfekte, familienfreundliche Dokumentation und Spielfilm zugleich. Man weiß, daß die Spannung nie überkochen wird, trotzdem macht diese Biographie einen Heidenspaß.
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Catch me if you can - offizielle Homepage
imdb: Catch me if you can